Alles auf Anfang – Trennung mit Kind

Alles auf Anfang – Trennung mit Kind

Im Dezember 2016 ging der letzte Beitrag hier online. Seitdem haben mich jedoch viele von Euch weiterhin bei Instagram begleitet und somit auch mitbekommen, dass sich doch das Ein oder Andere verändert hat.

Viele von Euch schickten mir Private Nachrichten oder auch E-Mails und erkundigten sich, wie denn alles so läuft oder baten mich um Rat.
Ist es überhaupt möglich, zum Thema Trennung mit Kids wirklich einen Rat zu geben? Es ist ja doch jede Situation verschieden und man steckt in den anderen Familien nicht drin.
Allerdings zeigte sich auch, dass allein der Austausch helfen kann – zumindest ein kleines bisschen.
Das Gefühl, mit solch einer Situation nicht alleine dazustehen oder eben durch anderen Menschen eine Aussicht auf ein Licht am Ende des Tunnels zu erhalten, kann Mut geben.

Vorige Woche erreichten mich dann wieder gehäuft Nachrichten von Euch. Vermutlich auch auf Grund unserer Urlaubsbilder. Wir sprachen darüber und waren d’accord, dass wir doch die Erfahrung teilen sollten, die wir bereits gemacht haben. Denn eins ist klar, es ist ein Prozess bis man da ankommt wo wir jetzt sind – in unserer, von mir gerne als “colorful” bezeichneten, Family.

Ich habe Euch im Anschluss gefragt, welche Fragen Euch diesbezüglich besonders am Herzen liegen und ihr habt sie mir auch zahlreich zukommen lassen.
Aus diesem Grund muss ich das Thema auch in mehrere Artikel aufteilen. Es ist einfach viel zu komplex und intensiv um es in einem Text zu bearbeiten.

Ein Einblick in einen schwierig-schönen Prozess

Was Euch hier aber erreichen soll, ist der Einblick in einen schwierig-schönen Prozess. Persönliche Erfahrungen und gegenseitiger Austausch.
Ich bin keine Juristin, daher werdet Ihr hier auch keine Juristerei finden.
Erkennt sich auch nur eine Person in dem Gelesenen wieder, fühlt sich mal kurz verstanden und nicht alleine, ist mein Ziel erreicht.
Fangen wir aber doch jetzt erst einmal von ganz von vorn an.

Die Route wird neu berechnet…

Da sitzt Du dann also, zu Dritt und nicht mehr zu Viert in Mitten der Christbaumkugeln.
Sind wir ehrlich, da gibt es nichts zu beschönigen.
Eine Trennung ist übel. Sie ist übel wenn man 15 ist und die erste große Liebe erlebt, sie ist übel wenn man um die 20 ist und sie ist erst recht richtig übel, wenn man verheiratet ist und zwei Kinder hat.
Wenn man die Vorstellung, die man von einer Familie hatte, nicht realisieren kann.
Festzustellen, dass man es den Kindern nicht ermöglichen wird, in der traditionellen Familienkonstellation aufzuwachsen.
Rückblickend weiss ich, dass es nicht das Wichtigste ist, diese Konstellation aufrecht zu erhalten um Kinder glücklich zu machen aber in dem Moment der Trennung, gehen die Gedanken mit einem durch. Man fühlt sich schuldig, die Kids in ein solches Szenario zu bringen.

Was ist aber, wenn wir feststellen, dass wir in der Konstellation einfach nicht mehr glücklich werden können und eine Trennung unumgänglich ist?
Kinder sollten umgeben von einem positiven Klima aufwachsen. Sie sind solch hochsensible Wesen, dass sie Alles, wenn auch unbewusst, mitbekommen.
Es hilft Ihnen nicht, wenn sie auf Nachfrage zu hören bekommen, “Mach Dir keine Sorgen, es ist doch alles in Ordnung”. Im Gegenteil. Sie hören auf, dem eigenen Gefühl zu vertrauen. Denn sie haben längst gemerkt, dass es Zuhause vielleicht nicht mehr so lustig und locker wie früher ist.

Bevor man den Schritt der Trennung geht, bei der ein Kind involviert ist, versucht man vermutlich sämtliche “wenns” und “aber” zu analysieren. Vielleicht ist die Antwort manchmal aber auch relativ simpel und der Partner ist nicht in der Lage dem Anderen das zu geben, was ihn / sie glücklich macht. Nicht weil man ein schlechter Mensch ist, sondern einfach weil man es nicht kann. Man ist eine andere Person, mit anderen Bedürfnissen, anderen Vorstellungen, anderen Wünschen.
Letztendlich muss man sich aber immer fragen: “Was macht mich glücklich?” und dabei geht es nicht um kurzfristiges Glück, dass einem auch ein Urlaub oder ein Shoppingtrip beschert, sondern um das große, ganze Glück, dass tief in uns erfüllt werden möchte und das wir auch brauchen, um wiederum glücklich, zufrieden und voller Kraft unsere Kinder aufziehen zu können.
Es hilft also nicht, auf Teufel komm raus einem perfekten Klischee nachzueifern. Das halten wir als Erwachsene eventuell aus, wenn auch nur unglücklich aber Kinder halten es nicht unbeschadet aus.

Ich habe öfter in Nachrichten von Euch gelesen, dass das Gefühl da ist, dass der Schritt unumgänglich ist aber der Mut fehlt und die Angst gross ist, die Kinder in eine Situation zu bringen, in der sie leiden.
Oft spielen Existenzängste eine Rolle, wie geht es finanziell weiter? Ist eine räumliche Trennung überhaupt so einfach möglich?
Wie verarbeiten die Kinder die Veränderung?
Es werden Tränen fließen. Daran geht kein Weg vorbei. Das Leben eines Kindes gerät komplett aus den Fugen, wenn ein Elternteil auf einmal nicht mehr unter dem selben Dach lebt.
Ich konnte die Veränderung für die Kinder nicht aufhalten und auch nicht verhindern.Ich konnte mich lediglich daran machen, den Scherbenhaufen so schnell und so gut wie möglich aufzusammeln und jeder ihrer Emotionen einen Platz hier zu geben. Sie haben Fragen und die sollen sie stellen können. Sie trauern und das dürfen sie auch. Sie weinen und sie toben und meine Aufgabe war, sie aufzufangen. Ihnen die offenen Arme entgegenzubringen, in die sie sich mit egal welcher Emotion verkriechen können.

Unsere Weihnachtszeit zu Dritt war natürlich nicht so besinnlich wie in den vorigen Jahren. Bei mir kam keine weihnachtliche Stimmung auf und die Kinder verstanden auch die Welt nicht mehr. Trotzdem hatten wir uns auf die Fahne geschrieben, das Beste daraus zu machen. Wir haben dieser Zeit trotzdem einen positiven Stempel aufgedrückt, denn es war letztendlich auch ein schöner Heiligabend. Unter unserem Weihnachtsbaum, in Regenbogenfarben. Wenn ich dran zurückdenke, denke ich sofort an meine Mutter und Schwester die parat standen und alles so gestaltet haben, dass wir die bestmöglichen Weihnachtstage als möglich hatten. Dass wir Weihnachtszauber erleben. Schwierig-schönen Weihnachtszauber.

Gerade in Zeiten wie Diesen ist es wichtig, ein positives Umfeld um sich zu haben. Menschen die Dir zuhören und Dir aber auch mit aufzeigen und dich begleiten auf dem Weg, der alles wieder gut macht.
Was bin ich froh, dass meine Familie, sowie meine Freunde alle noch ihre Ohren haben, nachdem sie sich immer so viel anhören mussten. Sie haben sich wirklich alle tapfer geschlagen 😉

Irgendwie war es auch passend, dass der Ballast damals im alten Jahr geblieben ist.
Mit neuem Mut konnte ich wieder durchstarten und es hat sich sehr schnell eine Dynamik entwickelt, die uns Drei hier Zuhause extrem zusammen geschweisst hat.
Man ist viel umgeben von Freunden und Familie, die alle ein Auge darauf hatten, dass es uns gut ging aber wenn die Haustür dann geschlossen wurde, waren wir doch wieder zu Dritt.
Am Frühstückstisch zu Dritt und am Abendbrottisch zu Dritt, in den Nächten grundsätzlich alleine mit einem Baby und einem Kleinkind. Selbstverständlich waren sie wenn dann, auch immer gleichzeitig krank. Das war nicht immer einfach und man hat gefühlt nicht immer genug Hände gehabt aber es hat auch dazu geführt, dass zwischen uns kein Blatt passt. Ob es auch der Grund ist, warum die Kinder untereinander so sehr aneinander hängen, ich vermute es. Es war eine unfassbar intensive Zeit – eine schwierige Zeit, die aber schönes hervorbrachte. Ein Einheit aus drei Blondies, die ihre Struktur und Stabilität zurückgewonnen hatten. Bis uns dann unsere Person Nummer Vier noch mehr bereichert hat. Dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr 😉

Ich hoffe, dass einigen von Euch dieser Artikel hilft, in welcher Art und Weise auch immer.

Als Anregung möchte ich Euch auch noch mit auf den Weg geben, dass das Jugendamt sowie auch der Kinderschutzbund umfassende und sehr hilfreiche Beratungsangebote bietet. Vor einer Trennung sowie auch im Anschluss. Beratend für die Eltern, als auch beratend für den Umgang mit Kindern in einer Trennungssituation. Scheut Euch nicht, die Hilfe von Experten in Anspruch zu nehmen. Eine Trennung ist für alle eine Ausnahmesituation.

Anregungen und Fragen könnt Ihr gerne per Kommentar oder Mail hinterlassen. Informationen oder Geschichten die Ihr mir zukommen lasst, werden nicht in weiteren Artikeln aufgegriffen.

Bitte habt Verständnis dafür, dass ich nicht alle Fragen beantworten werde. Via Instagram erreichten mich auch Einige, die einfach sehr privat sind und deren Antwort, vom Detail her, auch nicht relevant für den Austausch hier sind.

Alles Liebe Euch!

1

Comment
  • Katja24 April 2019
    Antworten

    Liebe Tina, dein Text spricht mir sehr aus dem Herzen und ist ganz wunderbar geschrieben. Alles Liebe für dich, Katja

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