Baby: Schlafroutine – Zauberei oder doch nur Glück?

Schlafroutine - Zauberei oder doch nur Glück?

Baby: Schlafroutine – Zauberei oder doch nur Glück?

Neulich fragte mich eine Leserin, wie wir es angestellt hätten, dass hier um 19 Uhr Schicht im Schacht ist und beide Kids schlafen.
Da diese Frage gar nicht so salopp beantwortet werden kann, entschied ich mich,  einen Artikel dazu zu verfassen.

Ich glaube, dass der Grundstein dafür, reine Typsache ist. Dabei geht es nicht um den Typ, dem die Eltern entsprechen, sondern dem, dem die Babys / Kinder entsprechen.
Es gibt einfach Babys, die schlafen unglaublich gerne und kommen einfach zur Ruhe.
Genauso gibt es Babys, die schwieriger zur Ruhe kommen und auch nicht so ein großes Schlafbedürfnis haben.
Im Laufe des Lebens geht es ja auch so weiter. Manche Menschen werden früh müde und sind morgens topfit, andere kommen nur schwer ins Bett und schlafen dafür morgens gerne länger.

Bei Babys sehe ich das sehr ähnlich.
Bei unserer Großen hatte mir meine Hebamme damals den Tipp gegeben, dass ich einfach auf die Zeichen des Babys achten soll und nicht auf meine Uhr.
Wann reibt sich die kleine die Augen? Stelle ich vielleicht fest, dass es immer häufiger zur selben Uhrzeit ist?
Wird sie zu einer bestimmten Uhrzeit unruhig oder sucht vielleicht mehr meine Nähe?

Ich habe also versucht, meine Vorstellungen über Board zu werfen und hab sie die ersten Monate einfach selber ihren Tag gestalten lassen.
Sie schlief wenn sie müde war und ging Abends mit uns ins Bett, wenn auch wir ins Bett gingen. Warum? Weil sie mir nichts anderes gezeigt hat.
Sie fand es prima, mit uns hier unten im Wohnzimmer und war einfach noch fit.
Tagsüber konnte ich ebenfalls nicht feststellen, dass sie oft zur selben Zeit schlief also führte ich auch noch keinen Mittagsschlaf ein.

Als sie ca. drei Monate alt war, änderte sich das.
Punkt 12 Uhr Mittags und Punkt 19 Uhr Abends, fing sie an, sich ihre Äugeln zu reiben.
Die darauffolgenden Tage, konnte ich es immer wieder zur selben Uhrzeit beobachten und das war für mich dann der Startschuss.
Ich testete einfach auf gut Glück wie es wohl laufen würde, sie zu diesen Zeiten ins Bett zu bringen und siehe da: es war kein Problem.
Mittags gab es also um halb 12 die Flasche / den Brei und anschließend legte ich sie in ihr Bett.
Oftmals schlief sie auf einem Sessel auf mir ein und ich legte sie dann ab.
Abends ging es um 19 Uhr ins Schlafzimmer, sie bekam ihre Flasche und schlief dabei bereits ein.
Ein wirkliches Ritual haben wir bei ihr nie eingeführt, weil das eher mehr Tamtam als nötig gewesen wäre.
Sie mochte es nicht wenn es ab 19 Uhr noch eine Geräuschkulisse gab und auch Nachtlichter hielten sie eher vom Einschlafen ab.
Das änderte sich auch erst vor knapp einem halben Jahr. Inzwischen hört sie gerne Hörspiele zum einschlafen aber mag es weiterhin nicht gerne, wenn wir uns Abends zu lange in ihrem Zimmer aufhalten. Sie möchte einfach ihre Ruhe und den Tag für sich beenden.
Jeder Jeck ist da nunmal anders.

Bei dem Kleinen hatte ich automatisch immer ein bisschen diese Zeitangabe von 3 Monaten im Kopf. Reichlich blöd, denn eigentlich weiss ich ja bereits, dass es keinen Sinn macht, den Babys eine Zeit vorzusagen.
Wir gestalteten also die ersten Tage, indem wir sie eigentlich gar nicht gestalteten.
Es wurde geschlafen wenn er müde war und er ging mit uns ins Bett, wenn wir ins Bett gingen.
In Woche Zwei, stellte er uns allerdings seinen “Typ” vor und drehte regelmäßig ab 19 Uhr auf.
Er wurde sehr unruhig, weinte, war knatschig und einfach unzufrieden.
Anfangs probierten wir es mit diversen Schunkelgriffen, Federwiege, beruhigender Musik und scheiterten kläglich.
Die Lösung war eine Andere, nur leider brauchten wir etwas, um sie zu sehen.
Er wollte seine Ruhe. Eben nicht erst nach drei Monaten wie die Große, sondern eben nach zwei Wochen. Typsache.

Wir fingen also an ihn ins Bett zu bringen, sobald wir zwischen 18 und 19 Uhr merkten, dass seine Stimmung langsam kippte. Damit fuhren wir hier deutlich besser.
Er bekam dann oben seine Flasche und schlief in unserem Arm ein. Anschließend brauchte er gelegentlich noch den Schnuller und das war es dann auch.

Inzwischen hat sich das weiter gefestigt. Die Große hält sich seit Jahren an die selben Zeiten und der Kleine kippt nun zwischen 17:30 und 18 Uhr aus den Latschen.
Anschließend hört man von Beiden nichts mehr und fühlt sich manchmal, wie während der Ruhe vor dem Sturm.
Versucht man ihn länger wachzuhalten, da wir z.B. irgendwo eingeladen sind, geht das auch eher nach hinten los. Da ist es deutlich einfacher ihn woanders, in einem dunklen Raum zum Schlafen zu bringen.

Mittags hingegen, ist alles noch ein wenig durcheinander. Im Gegensatz zu der Großen damals, kann ich aktuell kein wirkliches Schema feststellen.
Er schläft mal viele Stunden mittags und manchmal auch gar nicht. In seinem Bett höchstens für 30 Minuten und auf dem Sofa, in ein Kissen eingemümmelt, mit Decke kuschelnd, für mehrere Stunden.
Wenn das seine favorisierte Art ist Mittags zu schlafen, okay. Allerdings kann ich ihm das nicht in seinem Bett ermöglichen, denn da ist es mir zu heikel mit seiner Kissen- und Deckenkonstruktion.

Mal schauen zu welcher Uhrzeit ich seinen Mittagsbrei einführen werde, da bin ich aktuell noch etwas überfragt aber auch das wird sich dann schon irgendwie geben.

Langer Artikel, kurzer Sinn: hier handelt es sich nicht um Zauberei sondern einfach um Typsache.
Ich denke, es wird einfacher, sobald man seine eigene Vorstellung zurückgeschraubt hat, und einfach genau beobachtet, was die Babys einem signalisieren.

Wer sagt schon, dass sie ab einem bestimmten Zeitpunkt so und so lange schlafen sollen? Sobald man sich in eine Vorstellung versteift und versucht diese am Baby anzuwenden, geht es meiner Meinung nach sowieso nach hinten los.

Wie sind denn eure Erfahrungen zu Schlafrhythmen?

8

Comments
  • Anonym14 Juni 2016
    Antworten

    Bei uns ist das ganz ähnlich. Nur leider muss ich sie Kleine öfters wecken, weil die große vom Kiga abgeholt werden muss. Das tut mir dann immer sehr leid, aber so ist nun mal als zweite Prinzessin. 🙂

  • Lisa Asal14 Juni 2016
    Antworten

    Bei uns lief es ähnlich, an eine Struktur war anfangs nicht zu denken, bis heute läuft der Mittagsschlaf auch immer noch planlos (einmal lang, zweimal kurz oder auch gar nicht). Mein Sohn ist jetzt knapp 7 Monate alt und ein spät ins Bett – Geher. So zwischen 20 und 21 Uhr kippt er mir aus den Latschen, das funktioniert dann aber auch glücklicherweise meist problemlos. Generell ist er jemand, der schläft, wenn er müde ist, egal wo er ist. Da tut es dann auch der Kinderwagen wenn wir abends länger unterwegs sind, zum Glück ist er da nicht wählerisch.

  • Anonym14 Juni 2016
    Antworten

    Meine Tochter ist nun 8 Wochen alt und irgendwie bin ich nicht so in der Lage es zu erkennen. Sie liegt ab 18 Uhr nicht mehr gerne alleine und will getragen werden. Im Bett will sie schon gar nicht alleine liegen. Obwohl es nicht lange dauert und sie dann auch schon müde wird und auf dem Arm fast einschläft, aber auch wirklich nur auf dem Arm. Alleine liegen, daran ist nicht zu denken abends. Und auch so, kann sie nicht ohne geschaukelt werden (Auto, Kinderwagen) einschlafen. 🙁

  • Tina14 Juni 2016
    Antworten

    Vielleicht ist mit 8 Wochen auch noch gar kein Rythmus zu erkennen, das kann gut sein.
    Schläft sie denn vielleicht tief auf euerm Arm ein und ihr könnt sie dann ablegen?

  • Anonym15 Juni 2016
    Antworten

    Darf ich mal fragen, ob deine Große noch Mittagsschlaf macht? Wir haben auch gerade den zweiten Nachwuchs bekommen und der Mittagsschlaf ist bei uns das größte "Problem". Der Große will oft nicht schlafen, braucht es aber eigentlich noch und die Kleine ist sehr ruhebedürftig.
    Hast du auch einen Tipp zum Schlafen wenn die Kinder überdreht sind? Mein Sohn kommt oft total aufgedreht vom Kindergarten, auch abends ist er oft zu zappelig zum Schlafen. Er turnt dann nur im Bett rum, tritt an die Stäbe etc.
    LG Kati

  • Tina15 Juni 2016
    Antworten

    Hey!
    Am Wochenende schläft die Große meistens noch. Unter der Woche nicht immer, manchmal hört sie im KiGa auch einfach nur dem Hörspiel zu.

    Das wäre auch mein Tipp um euern Großen eventuell etwas runterzufahren. Habt Ihr schon mal ein Hörspiel probiert? Manchmal müssen sie ja gar nicht unbedingt schlafen aber kommen mit Hilfe solcher Dinge einfach ein bisschen zur Ruhe im Bett?

  • Anonym24 Juni 2016
    Antworten

    Hi,
    Hörspiel ist ne tolle Idee. Hast du einen besondere Tipp. Mein Sohn wird bald drei, ist also etwas jünger als deine Tochter.
    LG

  • Tina24 Juni 2016
    Antworten

    Hi,

    wie wäre es denn zb mit Peter Hase oder Leo Lausemaus?

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