Kids: Jedes Alter bringt seine Challenge mit sich

Kids: Jedes Alter bringt seine Challenge mit sich

Gerade ist einer dieser Momente. Einer dieser Momente, in denen man sich völlig geplättet aufs Sofa fallen lässt und sich fragt, warum der Vormittag so ausarten konnte, wie er letztendlich ausgeartet ist.

Die Beteiligten: eine Vierjährige, mit dem kindlichen Recht einfach mal ohne Grund am Rad drehen zu dürfen und die dazugehörige Mutter, die es eigentlich besser wissen sollte.
Es gab kein großes Problem, lediglich Kleinigkeiten.
Kleinigkeiten, die letztendlich dazu führten, dass wir uns vermutlich beide wie keifende Vierjährige verhalten haben.
Auf Bitten folgten Widerworte, auf Widerworte folgte eine erneute Bitte, auf die erneute Bitte folgten erneut Widerworte und so schaukelt es sich hoch.
Letztendlich landeten wir dann beim: “Dann frag ich halt den Papa und der sagt dann ja.” und beim “Schluss mit der Diskussion, nein ist nein, auch beim Papa.” “Dann schrei ich halt so laut, bis alle wach werden.”
Anstrengend. Und vermutlich so unnötig, wenn ich toll reflektiert und mit genug Nerven in das Theater gegangen wäre. Dazu ist man manchmal aber einfach nicht in der Lage.
Immer fair, beruhigend und angemessen zu reagieren, sind tolle Vorsätze aber zumindest hier, klappt das leider nicht immer.
Vermutlich hätte ich die Situationen anders lösen können, wenn ich selber bereit gewesen wäre, spontaner zu handeln aber gerade wenn man etwas erledigen möchte, zu einem bestimmten Zeitpunkt, geht es ja besonders gerne rund.
Das Kind versteht nicht die Dringlichkeit, dass etwas zu genau diesem Zeitpunkt passieren soll und man selber ist so festgefahren in seinen Zeitplan, dass man erst recht keine Lust auf Diskussionen und   Dinge hat, die dazwischenkommen.
Bei einem zweijährigen Kind kann man so etwas noch deutlich einfacher klären aber inzwischen finde ich mich in unschönen “Wenn Du das jetzt nicht machst, dann…”-Situationen wieder, die eigentlich nur eins zeigen: man selber ist gerade in der Situation überfordert und hat keine passende Lösung parat, mit der man die Situation für beide Seiten befriedigend beenden könnte.
Ich find es manchmal so schwer, den Weg aus diesen kleinen Kämpfen zu finden und dabei ist es schon dämlich genug, dass man tatsächlich mit einem Kleinkind in so einen Kampf gerät.
Ich sollte es besser wissen und eigentlich immer den Weg parat haben, mit dem ich für uns Beide zum Ziel finde aber manchmal bin ich einfach drüber.
Entwaffnet von den “Wenn ich das nicht will, dann mach ich das auch nicht”-Sprüchen und blockiert von meiner Engstirnigkeit, in diesem Moment.
Nun sitz ich hier, merke noch deutlicher dass es meine Aufgabe gewesen wäre die Situation zu entschärfen aber stelle auch fest, dass ich noch immer nicht so wirklich wüsste wie.
Jedes Alter der Kids bringt seine Challenge mit sich und ich vermute, wir sind bei der Nächsten angekommen.
Nun heisst es den Weg zu finden, mit dem wir die Challenge meistern.
Manchmal ist es einfach verfahren oder wie meine Tochter dann zu sagen pflegt: “Mama, heute ist einfach nicht unser Tag.”
Unser Vormittag war es sicherlich nicht aber hoffentlich wird es unser Nachmittag.
Ein ausgeschlafenes Kleinkind und eine Mama, die mal kurz Ruhe tanken und nachdenken konnte, sind ja eigentlich keine schlechte Voraussetzung.
Eins fehlt noch, der Kaffee. Den hol ich mir jetzt.
Macht es gut.

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Comments
  • stinglchen7315 Mai 2016
    Antworten

    Dein Artikel ist so ehrlich geschrieben, das allein ist schon bewundernswert. Ist es doch meist so, dass es eher unschick scheint, zuzugeben, dass man selbst auch mal an die Grenzen stößt. Mein Sohn ist mittlerweile 19 und ich kann dir versprechen, es wird nicht die letzte Situation sein, die verzweifeln lässt. Dennoch, Selbstreflektion und die Gedanken, es beim nächsten Mal besser zu machen und auch über die Situation reden hilft enorm. Dem Kind und auch dir. Du machst das toll und es geht jedem so, egal ob er es zugibt oder nicht �� Liebe Grüße und einen schönen Restsonntag, Steph

  • Nadine15 Mai 2016
    Antworten

    Unser Wutzwerg ist gerade 3 und bringt mich zur Zeit auch oft an meine Grenzen. Vor Allem beim An/Ausziehen gibt es fast immer Theater. Ich frage mich dann auch immer wie das jetzt passieren konnte, dass ich mich auf einen Machtkampf mit einem Kleinkind einlasse. Aber wenn man schon geschafft in die Situation reingeht, passiert es halt. Das ist auch noch ganz neu für mich, dass sie sich so verhält. Bin gespannt, ob wir den Start im Kindergarten im August gleich mit dem Schlafanzug-Outfit beginnen! ?

  • Anonym16 Mai 2016
    Antworten

    Hier auch eine gerade etwas unentspannte Mama mit knapp 2,5 Jähriger. Ich dacht gestern gerade, das sich noch nie so bescheidene Pfingsten hatte: der Papa liegt flach weil krank und die Kleine hängt seit Samstag morgen fast durchgehend heulend und jammernd an mir – ohne ersichtlichen Grund. Irgendwann war ich so genervt, dass ich laut geworden bin. Heute ist sie bei Oma und ich kann mal etwas durchatmen….

    Verständnisvolle Grüße,
    Lilly

  • Anonym17 Mai 2016
    Antworten

    Liebe Tina,
    Zunächst einmal finde ich es auch klasse, dass du so offen bist. Ich bin jetzt seit fast 19 Jahren Mutter, mittlerweile sind es drei Kids und der letzte tritt gerade in die Pubertät ein (grmpf). Und ja, jedes Alter und jedes Kind bringt wirklich seine ganz besondere Challenge mit sich. Hätte mir vor 19,5 Jahren mal jemand gesagt, dass ICH meine Kinder anschreie, dem hätte ich den Vogel gezeigt Aber es ist passiert, bei aller Vernunft und allem Hinterfragen und Nachbereiten von Situationen auch immer wieder. Weil man sich Reaktionen des Gegenüber nicht immer vorstellen und sie nicht immer erwarten kann, weil Regeln, Verhalten und auch Gefahren nicht immer mit einem freundlichen und verständnisvollen Kind in Einklang gebracht werden. Aber ich finde es,
    Gerade im Nachhinein, nicht so schlimm, denn sie würden damit ja nicht gequält oder gedemütigt, sondern sie merken einfach, dass auch Eltern Stimmungen, Nerven und Gefühle haben. Nichts finde ich schlimmer, als diese Eltern, die im immer gleichen Singsang reden und auch ein Nein irgendwann einfach nur so laufen lassen. Unsere Kinder sagen jedenfalls heute, dass es ihnen auch Wege aufgezeigt hat, wann es genug ist. Natürlich sagt einem der Verstand etwas anderes, und man fühlt sich nicht gut. Aber in dem Moment, wo man reflektiert, zeigt man auch, dass man sich Gedanken macht und sich auseinandersetzen kann. Und das ist wichtig. Ich finde auch, dass man sich entschuldigen kann, darf und sollte beim Kind. Aber dennoch müssen sie auch wissen, dass es in der Sache richtig war, so zu reagieren. Die Kinder spüren sehr genau, dass sie geliebt und geachtet werden und dazu gehört auch, dass alle Mitglieder einer Familie Grenzen haben. Mach weiter so, und bleib so ehrlich. Auch zu dir selbst , das geht heute leider viel zu oft verloren. Und egal, wie unmodern es scheinen mag, gerade heute ist Erziehung und zwischenmenschliche Interaktion wichtiger denn je.
    Liebe Grüße

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