Baby: Aber mein Baby kann…

Baby: Aber mein Baby kann…

… jeden Abend pünktlich ins Bett gehen, durchschlafen, mindestens 72 Sekunden auf dem Bauch liegen, gegen Spielzeug hauen und sicherlich morgen auch danach greifen, plappern – klingt schon fast wie “Mama”… to be continued..

Ernsthaft?

Liebe Mamas,

wieso ist es nur so selten möglich, dass Mütter mit Babys ca. in dem selben Alter zusammentreffen und nicht gleich in einen Wettbewerb um die Fähigkeiten der Babys starten?

Ob Fridolin jetzt schon greifen kann oder ob Henriette dafür jetzt schon durchschläft, ändert nichts daran, dass sie alle irgendwann sitzen, laufen, sprechen können und uns in einigen Jahren gelegentlich oder auch öfter, auf der Nase herumtanzen werden.

Ich frage mich ja immer wieder, wie sich die nächsten Jahre für die Kinder entwickeln werden, bei denen von Anfang an so sehr darauf gepocht wird, was sie schon alles können und dass sie das bitte auch flott können.
Es geht hier um Dinge die sowieso jedes gesunde Kind lernt und es spielt doch keine Rolle, ob sie das mit einer Woche, zehn Wochen oder  zwanzig Wochen können.

Ich hab diese Wettbewerbe zwar schon bei der großen im Kleinkindalter mitbekommen aber ich kann mich nicht dran erinnern, dass das schon im Babyalter anfing. Eventuell habe ich es auch verdrängt – könnte sein.

Es ist anstrengend und so überflüssig für die süssen, kleinen Babys, die sich einfach ganz normal entwickeln, nämlich nach ihrem eigenen Tempo.

Diese Erlebnisse bringen mich immer wieder dazu, den besagten Müttern etwas zu wünschen, und zwar:

Ich wünsche Euch, …
– dass eure Babys Euch bald lehren was es heisst, zu entspannen und die Zukunft auf sich zukommen zu lassen.
– dass Ihr merkt, wie perfekt euer kleines Individuum ist, egal was es schon kann oder eben auch noch nicht.
– dass Ihr feststellt, dass man nichts erzwingen kann, es kommt wie es kommt und es kommt dann, wenn es soweit ist.
– dass Ihr merkt, dass es nur unnötig Nerven kostet, solche Wettbewerbe zu führen und man die Zeit wirklich schöner verbringen könnte.
– dass Ihr feststellt, dass es deutlich einfacher ist, wenn Mütter sich gegenseitig unter die Arme greifen. Im Kindergarten merke ich das inzwischen wirklich oft und es tut unglaublich gut zu wissen, dass mit steigendem Kindesalter scheinbar auch wieder Entspannung eintritt.

Es reicht doch schon vollkommen, dass wir Mütter bitte zwei Wochen nach der Geburt wieder aussehen sollen wie aus dem Ei gepellt.
Es reicht auch schon, dass jeder Zweite dem man begegnet, Tipps für uns und unser Baby übrig hat.
Die Ansprüche an Mütter steigen stetig und das in jedem Bereich des Lebens. Wir sollten es uns wenigstens nicht noch selber und untereinander schwerer machen als nötig.

Genießt die Zeit mit den Kleinen, sie geht so schnell vorbei.
Schaut auf Euch, eure Familie und eure Kids und nicht so oft mit einem prüfenden Auge in den Kinderwagen nebenan.

Nun wünsche ich Euch noch einen schönen, sonnigen Tag,

die, dessen Baby Kopf heben total blöde findet aber dafür Fontänen spucken kann, wie nur wenige  😉

7

Comments
  • Nini11 Mai 2016
    Antworten

    Das unterschreib ich genauso!
    Und ja, ich glaube du hast das verdrängt, dass dieser Vergleich/Wettbewerb schon so früh anfängt. 😉
    Ich seh das auch beim zweiten Kind jetzt ganz entspannt und habe zB bei der Rückbildung in Gedanken die Augen verdreht und die anderen reden und sich gegenseitig in die Themen reinsteigern lassen. 😉
    Dass ich ein Fontänen-Spuck-Baby habe, habe ich dann gar nicht mehr gesagt. Sonst kommen ungefragt bloß lauter Super-Tipps. Nein danke 🙂

    Sonnige Grüße!

  • Manati11 Mai 2016
    Antworten

    Dem gibt es nichts mehr hinzu zu fügen. Ich habe diese "Wettbewerbe" sowas von gefressen und bin froh, dass es wenigstens einige (scheinbar wenige) normal denkende Mütter gibt, deren Baby nicht in allem frühgefördert wird, damit es spätestens im Kleinkindalter beginnt, Mandarin oder weiß der Teufel was zu lernen.
    GLG, Manati

  • Anonym12 Mai 2016
    Antworten

    Gilt das auch für Papas? Ich finde den Artikel recht Mütter-zentriert. Als ob Väter nicht relevant wären. Leider stößt man in solchen Artikeln oder auch sonst im öffentlichen Leben in dem Zusammenhang oft auf solche Ansprachen wie „Liebe Mamas“ etc. Als Vater finde ich das schade!

  • Tina12 Mai 2016
    Antworten

    Und wie wichtig Väter sind 🙂 Allerdings habe ich solche Wettbewerbs-Situationen unter Vätern noch nicht erlebt, daher habe ich sie hier auch nicht angesprochen.
    Somit keine böse Absicht sondern vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass Väter manchmal einen Ticken entspannter sind als Mütter?

  • cizoba12 Mai 2016
    Antworten

    Geb ich dir Recht. Es nervt. Ich persönlich vergleiche meinen Babysohn dahingehend mit seiner Schwester wie schnell/ langsam er mit allem ist. Es nervt mich das sie so schnell groß werden und ich will ihnen ja später was erzählen können 🙂

  • Ina12 Mai 2016
    Antworten

    Grundsätzlich stimme ich Dir zu. (Auf diesen Satz kann ja jetzt nur ein "aber" folgen;))
    Ich habe selbst zwei Kinder (Junge, Mädchen, 6+4) und habe mich gerade in den ersten 1-2 Lebensjahren der Kinder mit anderen Mütter auch hauptsächlich über die Kinder unterhalten. Ich sehe das häufig gar nicht als "Wettbewerb" sondern eher als Austausch.
    Weil zu einem die Kinder meist der einzige gemeinsame Nenner ist. Man trifft ja häufig mit den anderen Eltern aufgrund der Kinder zusammen (Kita, Sport, Spielverabredungen, Rückbildung etc.) Und da ist der Austausch über Kinder einfach das beste Small-Talk Thema (wie eben das Reden über das Wetter). Da rede ich eben mit anderen Mütter über die Schlafgewohnheiten, motorische Fähigkeiten usw. weil ich mir mit den Leuten einfach sonst nix zu sagen hätte und mir sie in der "freien Wildbahn" auch wirklich nicht als Gesprächspartner ausgesucht hätte.
    Ich habe deshalb es so gut ein ging solche Zusammentreffen auch vermieden (pekib und Konsorten), aber häufig geht es eben nichts anders.
    Zu anderen ist gerade auch in der ersten Zeit mit Kindern DAS BABY das beherrschende Lebensthema. Bei meinem ersten Kind ist in den ersten Monaten auch nicht viel anderes passiert. Da fand ich es manchmal ganz befreiend mit einer anderen Mutter völlig ungehemmt nur über das Baby in allen Einzelheiten zu reden, weil das ja auch ein kinderloser oder mit älteren Kindern auch echt nicht so hören will.
    Ich fand es auch beim ersten Kind als Orientierung hilfreich und mir haben Momente geholfen ich denen ich festgestellt habe: "Ach, das geht nicht nur mir so!"
    Lange Rede, kurzer Sinn: Austausch ja gerne, Wettkampf nein danke!

    Viele Grüße,
    Ina

  • Bell12 Mai 2016
    Antworten

    Großartig! Ich erinnere mich noch zu gut. Die meistgestellte Frage: "Schläft er denn schon durch?".
    Kurz gefolgt von "Aber er muss langsam mal das Laufen anfangen.".

    Bei uns war es so, dass er immer für älter gehalten wird, da er sehr groß ist. Da kamen auf dem Spielplatz auch mal Bemerkungen wie "Das kannst du doch schon alleine."
    – nein, konnte er nicht.

    Wusa 😉

    Ich glaube, bei vielen Frauen/Müttern passiert das einfach. Es ist allerdings richtig nervig, wie du schon sagt.

    Achtung Spaß: Du musst ihn öfter auf den Bauch drehen, dann hebt er von ganz allein sein Köpfen. ;D (den Tipp gab man mir damals)

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